Tinnitus

Tinniere, lat. klingeln...

Manchmal kommt es vor, daß man in ruhiger Umgebung, seine eigenen Körpergeräusche, wie z.B. den eigenen Atem, oder sogar das Blut in den Adern hört. Auch andere Geräusche, die nicht von einer äußeren Schallquelle stammen, wie z.B. ein Summen oder Rauschen nimmt man ab und zu war. Derartige Hörgeräusche werden als Grundtinnitus bezeichnet, und sind durchaus normal.

Bei einer Schädigung des Hörsystems, oder einer andren körperlichen, oder seelischen Erkrankung, können diese Ohrgeräusche unter Umständen nicht unterdrückt oder herausgefiltert werden. Sie können dabei so stark in den Vordergrund treten, das der Betroffene sie durchgehend wahrnimmt. 

Man muß hierbei zwischen objektiven und subjektiven Ursachen unterscheiden.

  • Objektive Ursachen können als Symptome beinahe jeder Erkrankung der Ohren  (z.B. Infektionen, Tumoren) aber auch in Verbindung mit einer Reihe anderer Krankheiten (z.B. Bluthochdruck , Schilddrüsenunterfunktion) auftreten.
  • Die subjektive Ursache, also der Auslöser des "echten" Tinnitus, ist hingegen immer noch so gut wie ungeklärt.

Inzwischen werden aber die Hörsinneszellen als Hauptstörquelle verantwortlich gemacht. Demnach wurden zunächst die Haarzellen in der Schnecke im Innenohr durch eine Stoffwechselstörung geschädigt. Diese Zellen geben vermutlich über den Hörnerv Fehlimpulse an das Gehirn weiter. Dort werden sie als Geräusche entschlüsselt, die in keinem Zusammenhang stehen, weil sie nicht auf tatsächlich Gehörtem beruhen.

In der Bundesrepublik leiden zur Zeit ca. 8 Millionen Menschen unter Tinnitus.

Therapien gegen den Tinnitus

Als erfolgversprechend haben sich drei Therapien herausgestellt.

1. Retraining

Bei dieser viel versprechenden Behandlung des chronische Tinnitus werden drei Verfahren miteinander kombiniert: Beratung durch einen Arzt, Anpassung eines Tinnitus-Noisers und begleitende psychologisch-psychotherapeutische Maßnahmen. Aufgabe des Noisers ist es, das Gehirn auf einen anderen Höreindruck zu trainieren. Es kann lernen, den Tinnitus herauszufiltern, ihn nicht mehr wahrzunehmen. Der Noiser muß ein halbes Jahr lang, mindestens sechs Stunden täglich getragen werden.

2. Druckkammer

In der Druckkammer wird dem Patienten eine Maske aufgesetzt, durch die er hundertprozentigen Sauerstoff einatmet, während der Druck in der Kammer langsam erhöht wird. Auf diese Weise nimmt der physikalisch gelöste Sauerstoffanteil im Ohr zu. Neben dem Tinnitus können auf diese Weise auch Hörsturz und Knalltrauma behandelt werden.

3. Infusionen

In der Anfangsphase haben sich Infusionen mit Hydroxyethylstärke, Dextranen und durchblutungsfördernde Mittel bewährt. Sie verbessern die Durchblutung und damit die Sauerstoffversorgung im Innenohr. Dies gibt den geschädigten Haarzellen die Gelegenheit sich zu erholen.

Ihr HNO-Arzt oder Ihr City-Hörgeräte Fachinstitut beraten Sie gerne weiter.